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Geschichtliche Grundlagen, Vorbildzustand und Anforderungen

Ein Modell des Doppelstockwagens der Lübeck-Büchner-Eisenbahn (LBE) gibt es seit geraumer Zeit von Lima. Genau genommen gibt es drei Varianten des Wagens. Die ursprüngliche LBE-Version mit gelb abgesetztem 2. Klasse Abteil wurde gemeinsam mit passender Dampflok der Baureihe 61 angeboten. Das gleiche Set wurde auch als Variante der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft verkauft.  Die Lokomotive ist jeweils stromlinienverkleidet und genau wie der Wagen entspricht sie damit dem nur wenige Jahre anhaltenden Betriebszustand aus der Anfangszeit des „HL-Schnellverkehrs“. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Stammlokomotiven der Doppelstockwagen relativ schnell durch andere Typen ersetzt. Die Loks fanden außerhalb von ihrem einstigen Stammgebiet kurzzeitig andere Verwendung und wurden schnell ausgemustert. Von den ursprünglichen acht Doppelstockwagen waren nach dem Krieg noch sieben vorhanden. Mit Dampfloks der Baureihen 78, 41 oder 38 und später mit den Dieselloks der Baureihen V 100, V 160 und V 200, liefen sie weiterhin im Raum Lübeck bzw. Hamburg. Die Steuerabteile der Doppelstockwagen wurden für die Dieselloks umgerüstet weitergenutzt. Die Wagen erfuhren weitere Umbauten. Die Gepäckraumtüren, die Signalbeleuchtung und die Windschutzscheiben entsprachen schon bald nicht mehr dem Ursprungzustand und wichen somit auch vom Lima Modell ab. Das im Bundesbahn-Outfit angebotene Modell stellt in den Punkten bereits einen großen Kompromiss dar. Allen Varianten des Wagens gemein ist der zu große Pufferabstand, die zu hochliegende Pufferebene und der zu lange Faltenbalk zwischen den Wagenhälften. Als heimatverbundener Eisenbahner beschäftigt man sich irgendwann zwangsläufig auch mit der Geschichte dieser Wagen. Nachdem ich den „Eiligen“ aus dem Berufsverkehr der 1980er Jahre aus zwei umgebauten Fleischmann Loks der BR 218 und sechs Lima Silberlingen wendezugfähig nachgebaut hatte, wollte ich auch die Varianten mit Loks der BR 220 und Doppelstockwagen im letzten Betriebszustand darstellen. Ende der 1960ziger Jahr baute die Bundesbahn die Wagen ein letztes Mal um. Die Steuerabteile wurden ausgebaut und die Stromlinienverkleidung der Puffer wurde entfernt. Die Gepäckraumtüren sind durch Übersetzfenster ersetzt worden. Der letzte Betriebszustand kann an dem erhaltenen Wagen im DB-Museum nachvollzogen werden.

Das Lima Modell musste also auch entsprechend umgebaut werden. Hilfreich ist der Artikel von Alfred Fordon in der MiBa 09/2009 Letztlich beschreibt der Artikel zwar den Umbau in eine Epoche 3 Variante, trotzdem ist dieser sehr hilfreich und bietet eine gute Recherchemöglichkeit. Folgende Anforderungen hatte ich an meinen Umbau:

  • Wendezugfähig mit den bisher umgebauten Lokomotiven und Steuerwagen
  • Darstellung des letzten Betriebszustandes ohne verkleidete Puffer und mit verschlossenen kleinen Stirnfenstern
  • Anpassen der Pufferhöhe
  • Reduzierung des Pufferabstands
  • Mindestradius R 3 (Wendeschleifen der Modulanlage)

Die Bilder in diesem Betrag stammen aus dem Nachlass von Herrn Klaus Dieter Schwerdtfeger, verfügbar beim Kreisarchiv Stormann. Diese Bilder sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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Lima hatte oft eine gute Vorbildauswahl. Mit norwegischen und schwedischen Lokomotiven, dem Doppelstockwagen der Lübeck-Büchner-Eisenbahn oder auch dem Nahverkehrstriebwagen MR der dänischen Staatsbahn, traf man stets eine interessante Vorbildauswahl. Teilweise sind diese Modelle bis heute konkurrenzlos und von keinem anderen Hersteller umgesetzt worden. Auf der Seite www.bahnwahn.de werden einige Lima Modelle mit ihren Besonderheiten und Varianten vorgestellt. Auf der Seite des VT 628 findet man auch eine Übersicht des MR.  

Abb.: 1
Neulackierter Wagenkasten
Abb.: 2
Neue Langträgerbeschriftung

Durch die räumliche Nähe zu Dänemark und die technische Nähe zum VT 628 bin ich auf den dänischen Triebwagen aufmerksam geworden. Das Lima Modell ist gelegentlich auf Börsen zu bekommen. Bei einer günstigen Gelegenheit habe ich schließlich einen Treibzug der ersten Bauserie gekauft. Mit Neulackierung, Motortausch und ein paar Kleinteilen sollte man ein vernünftiges und zeitgemäßes Modell daraus machen können. Zwar hat zwischenzeitlich MCK ein neues und sehr detailliertes Modell auf den Markt gebracht, aber beim Kauf eines bereits schicken Triebwagen fehlt der Reiz. Sehr schnell bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es mit dem Einbau eines Flachläufers von SB-Modellbau nicht getan ist. Die Radsätze sind viel zu grob und die Drehgestelle offensichtlich insgesamt zu hoch. Der Aufwand die Radsätze tauschen und die Drehgestelle tieferlegen steht aber in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Als Lösung bot sich ein ebenfalls günstig bei Ebay-Kleinanzeigen erworbener VT 628 von Roco an. Der vollständige Antrieb wurde aus dem Grundrahmen rausgesägt und in die Bodengruppe des MR eingeklebt. Es ist eine sehr fummelige Angelegenheit die Antriebsgruppe in der richtigen Höhe und gerade ausgerichtet in die Bodengruppe einzukleben. Für die Laufdrehgestelle habe ich neue Drehzapfen gedruckt und ebenfalls an die Bodengruppe des MR geklebt. Das Fahrzeug habe ich über die Pufferhöhe neuausgerichtet. Dafür diente die Pufferhöhe eines Güterwagens als Muster.

Abb.: 3
Umgebauter MR im Bahnhof Bad Schwartau
Abb.: 4
Umgebauter MR im Bahnhof Bad Schwartau

Die Wagenkästen wurden neulackiert und beschriftet. Die Anschriften habe ich anhand von Bildern rekonstruiert und bei Hartmann-Original bestellt. Eine besondere Herausforderung war es, die Langträgeranschrift glaubwürdig zu rekonstruieren. Die von Lima aufgedruckten Anschriften sind offenbar unvollständig und verbesserungsfähig. Die neue Langträgeranschrift habe ich mit Excel entworfen und Herrn Hartmann als Vorlage zur Verfügung gestellt.

Abb.: 5
Übersicht über den fertigen Triebwagen

Die Rahmen der Fenstereinsätze habe ich mit schwarzen und silbernen Lackstiften nachgezogen. Die angegossenen Scheibenwischer auf den Windschutzscheiben habe ich vorsichtig abgeschnitten. Die Schnittfläche habe ich anschließend geschliffen und poliert. Das Ergebnis ist überraschend gut. Für die neue Signalbeleuchtung habe ich SMD-LED verwendet. Der Fahrgastraum wird weiterhin nicht beleuchtet. Für den Betrieb auf der Modulanlage hat der Triebwagen eine Schleiferumschaltung erhalten und nimmt jeweils von den beiden führenden Drehgestellen Strom ab. Beide Wagen sind dafür über Mikrostecker verbunden.

Nach dem der ganze Triebwagen wieder zusammengesetzt war, wurden noch Zughaken, Bremsschläuche und Scheibenwischer ergänzt. Der umgebaute Triebwagen hat jetzt gute Laufeigenschaften und kann optisch mit heutigen Fahrzeugen mithalten. An das MCK-Modell kommt er aber, gerade im Fahrwerksbereich, nicht ran.

 

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Die Deutsche Bundesbahn hat sich über die gesamte Zeiten auch im Güterkraftverkehr betätigt. Der konventionellen Güterverkehr dienten vorallem dem Vor- und Nachlauf von den hauptsächlich auf der Schiene abgewickelten Verkehren. Mit dem Rückzug aus der Fläche, und der damit einhergehenden Schliessung von Güterabfertigungen und Tarifbahnhöfen für den Güterverkehr, gewann dieser Bereich zunehmend an Bedeutung. Der Vor- bzw. Nachlauf zum nächsten Güterbahnhof wurde immer länger. Das Umladen und Befördern im Güterzug damit zunehmend unwirtschaflich. Die letzten Güterabfertigungen wurden Mitte 1990ziger Jahre durch DB Cargo geschlossen. Der Stückgutverkehr wurde ab dem Zeitpunkt vollständig auf der Straße abgewickelt. Zum Einsatz kamen handelübliche LKW und Transporter. Diese waren in der Regel grau lackiert und trugen eine rote Bauchbinden mit Bundesbahn-Logo. Modelle dieser LKW werden gelegentlich von Herstellern aufgelegt. Dabei reicht die Bandbreite vom Kleinserienbausatz eines LKWs für PA-Behälter aus den 1950ziger Jahren, bis zu modernen Gliederzügen des Güterkraftverkehrs mit „Bahntrans“ Wechelspritschen.

Für den Schwerlasttransport auf der Straße oder die Beförderung von Güterwagen auf Straßenrollern („Culemeyer“) verfügt die Deutsche Bundesbahn auch über eigene Schwerlastzugmaschinen. Die robusten und zum Ende auch oft sehr betagten Fahrzeuge wurden von Kaelble, Faun oder Titan gebaut. Im Modell gibt es einige dieser Fahrzeuge als Bausatz von Kibri. Exotitsche Zugmaschinen wie die 1981 beschafft Kaelble KDVW 421 ZB wurden in der Vergangenheit von PM-Modellbau (externer Link zu PM-Modellbau) angeboten. Leider sind diese heute nur noch schwer zu bekommen. Die Zugmaschinen waren in der Regel so ausgeführt, dass sie einfach und schnell auf konventionellen Rungenwagen verladen werden konnten. Das beschränkte Lichtraumprofil bedingte dabei oft ein etwas ungewohntes Erscheinungsbild. Im Vergleich zu anderen Zugmaschinen waren die LKW der Bundesbahn niedriger gebaut. 

Vorbildaufaufnahmen der Zugmaschinen findet man mit etwas Aufwand im Internet. Selber kann ich leider nur ein Bild der im Eisenbahn-Museum Darmstadt-Kranichstein erhaltenen MAN-Zugmaschine zeigen.

Erhaltende Zugmaschine in Darmstadt-Kranichstein

Diese MAN-Zugmaschinen ist ein gutes Beispiel für die niedrige Bauweise. Kibri hat lange Zeit einen entsprechenden Bausatz angeboten. Den Bausatz kann man mit einfachen Mitteln aufhübschen. Durch andere Räder, Lackierung, Beschriftung und dem farblichen Absetzen von Details entsteht ein wesentlich besser Gesamteindruck. Das im Bild 2 dargestellte Modell wurde entsprechend bearbeitet. Da ich im Laufe der Zeit mit der mangelhaften Ladungssicherung und kräftigen rot im Fahrwerksbereich unzufrieden war, habe ich die Zugmaschine aber nochmal auseinander genommen und das Fahrgestell dunkelgrau lackiert. Anschließend wurde die Zugmaschine wieder auf den, ebenfalls aus einem Kibri-Bausatz entstandenen, „Wagen zur Beförderung von Kraftfahrzeugen“ verladen und diesmal auch vernünftig gesichert, siehe Bild 4

Nachlackierter und gesuperter LKW, noch mit rotem Fahrwerk und ausreichende Ladungssicherung
Die Antenne wurde mit Sekundenkleber an den Spiegel geklebt. Für den Transport auf der Eisenbahn waren die Spiegel aber in der Regel angeklappt.
Der gleiche LKW nach dem Umlackieren des Fahrwerks. Über das Zugmaul wurde die Zugmaschine auf dem Wagen gesichert.   
An der Laderampe im Bahnhof Bad Schwartau

Etwa zur gleichen Zeit bot Roco unter der Artikelnummer 66681 einen Rungenwagen (Kbs) mit einer Magrius Zugmaschine der DB als Ladegut an. Die Zugmaschine kannte ich bereits aus meinen Kindertagen. Die nicht vorhandene Ladungssicherung wurde ergänzt, die Zugmaschine mit Vorhängen, Rundumlicht, Bremsschläuchen und Arbeitsscheinwerfern gesupert. Lose Rungen und ein Drahtseil liegen für die alltägliche Unordnung auf der Ladefläche.

Roco Modell einer Margirus Zugmaschine der Bundesbahn aus den 1980ziger Jahren
Die Zugmaschine aus dem Set 66681 bereits gesupert und auf dem Wagen verlastet. Die Bedruckung weicht leicht von der, der damaligen Zugmaschine, ab. Der Vorhang wurde aus einer Lage eines Papiertaschentuchs gebaut.
Auf der Ladefläche des Wagens abgelegte Rungen.
Links an der Bordwand ein Stahlseil

    

Fleischmann bot einst einen, ebenfalls mit einer DB-Zugmaschine beladenen, Flachwagen an. Die Beladung änderte sich über die Jahre immer mal wieder. Die Farbe des LKW, der Hersteller oder auch der TYP wechselten von Zeit zu Zeit. Heute sind alle Wagen aus dem Sortiment verschwunden. Gebraucht bekommt man die Wagen oft nur zu deutlichen überhöhten Sammlerpreisen. Für einen einfachen Flachwagen und eine jahrzehnte altes LKW Model werden 30 € und mehr verlangt. Mit etwas Glück fand ich die Reste einer Zugmaschine auf der jährlichen Börse in Ratekau. Die Pritsche und der Fenstereinsatz fehlte bereits. Die Pritsche wurde neu aus Kunststoff gefräst. Die Fenster mit Klarsichtfolie verglast. Dann folgte Lackierung und Beschriftung. Auf der Ladefläche wurde durch Paletten, Kuppelstange, Leiter und Kantholz wieder Arbeitsatmosphäre geschaffen. In Anlehnung an die Wagen von Fleischmann wurde der LKW auf eine kurzen zweiachsigen Wagen von Roco verladen. Der Wagen wurde zuvor umlackiert und als „Wagen für Kraftfahrzeuge“ beschriftet.

 

Instandgesetzte und verlastete Wiking-Zugmaschine auf einem Flachwagen
Auf der Ladefläche finden sich Ausrüstungsgegenstände

 

Letztes Projekt, und erst von wenigen Wochen fertiggestellt, war eine FAUN Zugmaschine. Das Vorbild war zum Schluss zum Ziehen der Straßenroller für Güterwagen eingesetzt. Das Modell müsste ebenfalls von PM-Modellbau stammen. Sicher sagen kann ich das aber nicht, da ich die Teil aus der Bastel- bzw. Restkiste eine Braunschweiger Modellbahnladens zusammengesammelt habe. Die Fenstereinsätze habe ich aber leider nicht mehr gefunden. Die Teile waren blau und rot lackiert. Die Pritsche mit Bordwänden aus Holz dargestellt. Die Lackierung war schnell angepasst. Die neue Pritsche, mit den typischen Bordwänden aus Stahl, schnell gefräst. Für die Fenster habe ich lange Zeit keine Lösung gehabt. Die Windschutzscheibe ist gebogen. Durch die dicken Säulen des Führerhauses ist auch eine von innen eingepasste und mit Übermaß eingesetzte Scheiben nicht möglich. Anfang März habe ich dann aus einer Klarsichtverpackung eines Dekoders ein Stück eingermaßen passend zugeschnitten. Mit einem Fön haben ich das Stück erwärmt und an den entscheidenen Stellen ein bisschen vorgebogen. Danach habe ich das noch warme Fenster um das Führerhaus gelegt und mit Leimzwingen fixiert. Nach dem Auskühlen habe ich die neue Scheiben passend zugschnitten. Dabei sollte man sehr vorsichtig vorgehen und lieber zu wenig abschneiden als zu viel. Am Ende sollte auch diese Scheibe ein leichtes Übermaß haben und wird dann mit Sekundenkleber und Klarlack auf die den Ausschnitt im Führerhaus geklebt.

Die Ladefläche wurde nicht beladen aber mit Vallejo Wash gealtert. Die Peil- und Griffstangen wurden aus Draht gebogen. Der Auspuff stammt aus der Bastelkiste.
Während der Verladung auf einen Flachwagen

 

Die allgegenwärtig Kaeble Zugmaschine aus dem Kibri Bausatz sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Die Superung des dargestellten Modells habe ich bereits in einem eigenen Beitrag beschrieben. Die dort beschriebenen Arbeitsschritte gelten sinngemäß auch für die anderen hier vorgestellten LKW.

Kaeble Zugmaschine aus dem ersten Beitrag

 

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Ich muss ungefähr 14 gewesen sein als ich mir Mitte der 1990ziger Jahre eine Roco 44 gekauft habe. Den Scheibenvorläufer habe ich damals schon gegen eine Speichenradsatz getauscht. Die E-Verteiler am Umlauf habe ich gelb abgesetzt und irgendwann auch die Loklaternen weiß ausgelegt. So lief die Lok viele Kilometer auf verschiedenen Anlagen (die sie alle überlebt hat), auf Modellbahnausstellungen in Bad Doberan, Bad Schwartau, Hamburg, Lübeck und natürlich auch auf der obligatorischem Teppichbahn.

Mit der Verbreitung der Digitaltechnik schrumpfte Ihr Einsatzgebiet. Zusätzlich machten sich die vielen Einsatzstunden bemerktbar. Die Beschichtung der Radsätze war abgefahren, die Stromaufnahme schlecht, die Haftreifen zerbröselt und Radsatzlager sowie Zahnräder verdreckt.

Die Lok fristet fortan ein Dasein in der hintersten Schrankecke. Bis neulich – ein Schnäpchen bei Ebay brachte mir eine moderne Roco 01 ein. Der Kohlekasten des neuen Tenders sieht deutlich besser aus als der Alte. Mit ein paar Handgriffen passt er auch auf den alten Kohletender der 44 – und er ist als Ersatzteil erschwinglich. Ruckzuck war ein Kohlekasten bestellt, mit Echtkohle beladen und auf dem Tender verbaut. Der alte Tender hat durch den kleine Umbau schon deutlich gewonnen. Fahren konnte die Lok damit natürlich immer noch nicht. Wenn man den Tender jetzt aber schon in der Hand hat…. .

Vorbild Tender
Das Vorbild: Ein Tender 2’2′ t34, gut zu erkennen ist der Kohleaufsatz mit zusätzlichen Griffstangen.
Vorbild Tender
Auf der Rückwand erkennt man die Anordnung des Lokschildes und die Betätigung der Wasserkastendeckel.

 

Mich hat immer schon die Position des Lokschilds am Tender gestört. Diese Anordnung ist sicherlich nicht vorbildfrei, jedoch auch nicht typisch. Das Problem ist die Ausführung des dritten Spitzenlichts. Tauscht man das dritte Spitzenlicht am Tender gegen ein freistehendes von Weinert kann man das Lokschild nach oben verschieben. Selbstverständlich tauscht man denn auch die unteren Loklaternen und beleuchtet alle Laternen mit LEDs. Wenn man schon die Tenderrückwand bearbeitet kann man auch gleich die Leitern gegen die neuen feineren Leitern tauschen und die Betätigungen für die Wasserkastendeckel nachbilden. Dafür habe ich einfach dünnen Messingdraht rechtwinklig gebogen, zugeschnitten und mit zwei Tropfen Klebstoff am Wasserkastendeckel befestigt. Die nach untengehende Handstange wurde danach einfach angelötet. Mit einer kleinen Optimierung der Lok-Tender-Tür und neuen Tenderaufstiegen zum Führerhaus war das Äußere des Tenders wieder auf dem Stand.

Rückseite des umgebauten Tenders
Freistehende Loklaternen, neue Tenderleitern und Betätigungensstangen für die Wasserkastendeckel
Kohlekasten
Der neue Kohlekasten wurde mit echter Kohle befüllt.

 

Für die anstehende Digitalisierung musste der Tender potientialfrei gemacht werden. Meine Bemühungen mittels Klebeband und Papier Motor und Rahmen gegeneinander zu isolieren blieben alle erfolglos. Letztlich habe ich die kritischen stellen mit Sekundenkleber bestrichen und diesen durchtrocknen lassen. Den Motor habe ich erst danach wieder eingesetzt. Auf den ebenen Seitenflächen habe ich die Isolierung mittels Klebeband beibehalten. Motor und LED-Beleuchtung wurden verkabelt. Die Kabel zwischen Tendertür und Kohlekasten aus dem Tender geführt. Die orginal Steckkupplung bleibt ebenfalls stromführend und verbindet die fortan die Radstromkontakte von Lok und Tender.

Rechte Lokseite
Die rechte Lokseite mit neuen Radsätzen und neuem Gestänge.
Linke Lokseite
Zusätzlich wurde der Aufstieg zwischen Lok und Tender umgebaut. Für den Umbau wurden Aufstieg von Weinert verwendet. Die Aufstiege neuer Schlepptenderlokomotiven von Roco eignen sich aber auch.

 

Jetzt hatte die Lok eine ausgesprochen schönen und modernisierten Tender. Schade dass die Lok damit noch gar nichts anfangen kann.

Kurz eine Plan geschmiedet – Radsätze neu, Lampen ebenfalls auf LED umbauen, Dekoder im Kessel verstauen, Triebwerksbeleuchtung und vielleicht auch Sound….

Die orginalen Kunststoffradsätze sind nicht besonders hübsch. Weinert Radsätze sind sehr teuer. Die Radsätze der aktuellen 44 sind ein sehr guter Kompromiss. Vorallem weil diese genauso teuer sind wie die alten Kunststoffräder. Nach einigem Überlegen – bekomme ich die alten Treib- und Kuppelstangen und die Steuerung an die neuen Radsätze? – habe ich es gewagt. Das Einsetzen der Radsätze ist, nach dem Entfernen der Gleitlagerbuchsen und Zahnräder, problemlos möglich. Am Vorläufer sollte die schwarze „Gleitlagerbuchse“ nicht entfernt werden…  – sie hält die beiden isolierten Radsatzhälfte zusammen.

Jetzt sah die Lok schon wieder ganz ansprechend aus. Das blanke Gestänge stört aber tatsächlich den optischen Gesamteindruck. Kurzer Hand habe ich die Treib- und Kuppelstangen und Steuerung doch noch gegen brunierte Teile aus der Bastelkiste getauscht.

Blockstelle Kaschen
An der Blockstelle Kaschen
Vor dem haltzeigenden Blocksignal

  Im Kessel fand der Dekoder (ESU Loksound) und der Lautsprecher seinen Platz. Für die elektische Verbindung (Motor und Signalbeleuchtung Tender) zwischen Lok und Tender wurde eine zusätzlich Steckverbindung erforderlich.

Die Farbgebung der Lok wurde ausgebessert. Typische Fehler der Lok (z.B. die schwarzen Pufferhülsen) wurden behoben und die alles mit Klarlack (seidenmatt) versiegelt. Der Dekoder wurde noch mit dem passenden Sound-Projekt bespielt.

Die Lok, und ihr Klang, braucht sich nicht hinter aktuellen Modell verstecken. Der alten „Allradantrieb“ im Tender, mit großer (!) Schwungmasse verleiht der Lok sehr gute Fahreigenschaften. Neuer Modelle der BR 44 erreichen diese Qualität nicht immer. Die Zugkraft ist ausreichend und die grundsätzlichen Vorbehalte, eine Schlepptenderlok vom Tender schieben zu lassen teile ich nicht.

 

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….schon wieder ein Auto – aber immerhin eines der Bundesbahn. Die aus einem Bausatz enstandene alte Kaeble Zugmaschine kennt wohl jeder. Mich störte das „bausatztypische“ Aussehen. Oft ist das Modell unlackiert, farblich langweilig, unsauber und mit der viel zu groben Beschriftung beklebt und macht selten was her. Auf meine Zugmaschine traf das auch alles zu. Ich habe das Modell vorsichtig zerlegt. 

DSC_1157

Alle Hauptbaugruppen lackiert. Aus der Bastelkiste schöne und einigermaßen passende Räder rausgesucht. Bei Hartmann Orginal (http://www.hartmann-original.de/) nach Fotovorlage Nassschiebebilder bestellt bzw. aus meinem Fundus („DB“ und Warnanstriche) entnommen.

DSC_1166

DSC_1165

Die Ladefläche mit einem Stahlseil, Hemmschuhen, Kanthölzer und einem Schäkel beladen. Die Motorhaube und die Ladefläche haben zusätzliche Griffe (nach Fotovorlage) erhalten. Peilstangen und Leuchten/Blinker wurden farblich abgesetzt. Das fertige Auto wurde abschließend mit seidenmatten Klarlack lackiert.

Bei Interesse kann man sich bei Herrn Hartmann (Hartmann-Original@t-online.de) gerne die Decals bestellen.

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In der Schrottschublade eines Hamburger Modellbahnladens habe ich Zugmaschine gefunden. In einer anderen Ecke des Ladens lag auch der passende Trailer. Dem LKW einer Lübecker Spedition sah man sein Alter deutlich an. Klebespuren von den längst abgebrochenen Spiegeln waren obligatorisch. Mit feinem Sandpapier, ein bisschen Farbe, teilen aus der Bastelkiste und Klarlack konnte das Modell wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt werden. Die Klebespuren am Führerhaus wurden mit einem Schienenreinigungsgummi bearbeitet.

IMG_0290Die Zugmaschine hat einen zusätzlichen Schlauchträger hinter dem Führerhaus bekommen. Felgen und andere Kleinteile wurden nachlackiert. Ein passendes Kennzeichen war leider nicht zur Hand 🙁 .

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Klebestellen am Hochdach wurden mit Reifenmännchen verdeckt. Die Klebestellen der Spiegel sind weitestgehend entfernt (im Vergleich zu vorher). Neue Spiegel habe ich vorsichtshalber noch nicht montiert.

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Das Aufliegerdach wurde vorbildgemäß weiß lackiert. Die Stirnwand ist jetzt aus Aluminium und wurde mit den Anschlüssen für Luft und Strom versehen. Die Felgen wurden ebenfalls nachlackiert. Zusätzlich ist der Trailer jetzt kranbar und kann auf Taschenwagen verladen werden. Die gelbmarkierten Anhebepunkte sind aus Kunststoffprofilen entstanden. Die Anschriften für den kombinierten Ladungsverkehr stammen von TL.

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Auf der Ladestraße des Bahnhofs Bad Schwartau

 

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