Modellbahn Epochen

Der Bahnhof Bad Schwartau und sein Betrieb im Wandel der Zeit

Unsere Anlage gibt dem Vorbildzustand von 1957 wieder.  Viele Nebengleise, der Gleisanschluss der Schwartauer Werke und die Bahnmeisterei sind damals noch vorhanden. Auf den umfangreichen Ortsgüteranlagen können Güterzüge gebildet und zerlegt werden. Über die durchgehenden Hauptgleise verkehren schnelle und lange Züge durch den Bahnhof. Für einen abwechslungsreichen Fahrzeugeinsatz verfügt die Anlage zusätzlich über eine Betriebsbahnhof. Die Anlage basiert auf der Nordmodul-Bauweise. Die Module sind jedoch zwischenzeitlich in unserem Vereinsheim fest installiert und stehen nicht mehr für auswärtige Ausstellungen zur Verfügung.

Bis zur Einrichtung des elektronischen Stellwerks (ESTW) wurde der Betrieb in dem Bahnhof von zwei Stellwerken abgewickelt. Das Stellwerk „Sn“ (Schwartau Nord) ist heute unser Vereinsheim. Auf dem Stellwerk versah der Weichenwärter seine Dienst. Seine Arbeitsaufträge erhielt er über den Bahnhofsblock vom Fahrdienstleiter. Der Fahrdienstleiter hat seine eignes Stellwerk am Südkopf des Bahnhofs. Der Fahrdienstleiter ist auch heute noch der betriebliche Chef auf einem Bahnhof. Sein Stellwerk wird immer entsprechend gekennzeichnet bzw. benannt. Ebenso wie in vielen anderen Bahnhöfen wurde an Bad Schwartau für den Stellwerksbezeichnung an den ersten Buchstaben des Ortsnamens ein f, für Fahrdienstleiter, angehängt. Das Stellwerk „Sf“ (Schwartau Fahrdienstleiter) ist ebenfalls noch erhalten und steht in der Elisabethstraße.Stellwerk-modell

Bad Schwartau 2010 – Epoche 6

Aufgrund eines Eisenbahnunglücks in Dänemark werden die Güterzüge für wenige Tage über Puttgarden geführt². Leihlokomotiven verschiedener privater Betreiber springen auf der nicht elektirfizierten Vogelfluglinie für die ansonsten verwendeten E-Loks ein. Eine G 1206 Doppeltraktion fährt mit einem schweren Kesselwagenzug (Hallsberg – HH Hohe Schaar) in den Bahnhof Bad Schwartau ein.

stellwerk-modell-zug

Bis 1997 wurden alle Güterzüge über die Vogelflugline geführt. Seit der Eröffnung der Jütlandverbindung werden die Güterzügen über den längeren Landweg geleitet. Die rangierintensive Betriebsabwicklung mit Fähren zwischen Puttgarden und Rodby entfällt. Über die Vogelfluglinie verkehren heute ausschließlich Reisezüge. Nach dem Wegfallen der Durchgangsgüterzüge, verlor die Vogelfluglinie in der ersten Hälfte des Jahrzehnts nach der Jahrtausendwende auch die letzten Nahgüterzüge. Der verwaiste Bahnhof Puttgarden dient noch vereinzelt zum Abstellen nicht benötigter Güterwagen.

Der „Bahnhof“ Bad Schwartau ist mit der Inbetriebnahme des  ESTW Lübecks weitgehend zurückgebaut. Eisenbahnbetrieblich hat er damit seinen Status als Bahnhof verloren. Der jetzige „Haltepunkt“ Bad Schwartau ist jedoch besser als jemals zuvor in den ÖPNV eingebunden.

Bad Schwartau 1994 – Epoche 5

Zwei Nahverkehrszüge, nach Neustadt und Kiel, stehen am Inselbahnsteig. Die noch vor wenigen Jahren üblichen Wendezüge aus Silberlinge und Diesellok sind durch moderne Triebwagen abgelöst worden. Die Güterzüge auf der Vogelfluglinie werden seit 1990 vorwiegend mit Diesellokomotiven der BR 232 („Ludmilla“) der ehemaligen Deutschen Reichsbahn bespannt. Mit weiterem Fortschritt der Bahnreform fallen auch die letzten Güterzugleistungen der Lübecker Lokomotiven weg. 

2Triebwagen

 Bad Schwartau 1988 – Epoche 4

Seitdem 1984 die Baureihe V 200 ausgedient hat, beherrschen Diesellokomotiven der Baureihen 218 und 211/212 die Strecken um Lübeck. Die Güterzüge von und nach (v.u.n.) Puttgarden werden in der Regel mit 218 in Doppeltraktion gefahren. Die bunt gemischten Güterzüge führen bis Mitte der 1990ziger Jahre auch noch Kühlwagen über Lübeck. Die Nahverkehrzüge sind, bis zu der Einführung der Regionalschnell mit den zugehörigen VT 628, vor allem mit Lokomotiven der V 100 Familie bespannt. 

bhf-Rottenkraftwagen

 Bad Schwartau 1910 – Epoche 1

Der Güterzug aus dem erst vor zwei Jahren eröffneten Verschiebebahnhof Lübeck-Moisling erreicht Bad Schwartau.

dampflok

 ²Das Unglück in Dänemark mit Sperrung der Jüttlandroute gab es wirklich. Allerdings fuhren die Umleiterzüge nicht über Puttgarden.